Einordnungen
Aktuell
Kurze soziologische Einordnungen zu laufenden Debatten — wenn eine Nachricht, eine Studie oder ein Jahrestag die Frage aufwirft, wie Gesellschaften mit Angst und Verunsicherung umgehen.
Was der Angstindex nicht misst
R+V meldet ein „erstaunlich geringes“ Angstniveau, während die größte Einzelsorge weiter wächst. Warum „größte Angst“ und „Angstniveau“ weniger aussagen, als die Schlagzeilen versprechen.
Bevor die Schlagzeilen kommen — wie man die neue Angststudie liest
Am 1. Oktober erscheint wieder die R+V-Studie „Die Ängste der Deutschen“. Die Schlagzeilen werden das Ranking nacherzählen. Die interessantere Geschichte steht in der Zeitreihe — eine Leseanleitung, bevor die Zahlen da sind.
Die einen üben, die anderen weichen aus — wie KI-Begleiter soziale Ungleichheit verschärfen können
Gut Vernetzte proben mit KI-Begleitern schwierige Gespräche, Einsame ersetzen mit ihnen den Kontakt. Eine neue Studie beschreibt diese Weiche. Die Angstforschung erklärt, warum sie Ungleichheit fortschreiben kann.
Warum Menschen AfD wählen — die Wahl als Bewältigungshandlung
Die Wahlforschung weiß, wer die AfD wählt und unter welchen Bedingungen. Sie weiß kaum, woher die Angst kommt, die dabei bearbeitet wird, und was die Wahl für die Wählenden leistet — und ohne diese Fragen bleiben die üblichen Gegenmittel wirkungslos.
PISA: Deutschland bangt um den Rangplatz — bedroht ist das untere Drittel
Ein Vierteljahrhundert nach dem ersten PISA-Schock meldet die neue Studie die schwächsten deutschen Ergebnisse seit Beginn der Erhebungen — und das Land reagiert im eingespielten Ritual. Worauf richtet sich der Schock, wen bedroht der Befund tatsächlich, und was müsste eine Reaktion leisten, die länger hält als das Gefühl?
Was von der Terrorangst geblieben ist
Vor 25 Jahren veränderten die Anschläge vom 11. September den Gefühlshaushalt des Westens. Die Angst von damals ist aus den Sorgenlisten längst verschwunden. Geblieben ist etwas anderes — und das ist die eigentlich interessante Geschichte.
Das urteilsfreie Gegenüber — warum Menschen Maschinen anvertrauen, was sie Menschen verschweigen
Ein klares „Das ist eine KI“-Label macht Menschen offener, nicht misstrauischer — während Menschenähnlichkeit sie eher abschreckt. Die gängige Vertrauensdeutung erklärt das nicht. Die Soziologie der Angst schon.
Wer KI versteht, hat mehr Angst um den Job — warum Aufklärung nicht beruhigt
Eine neue Befragung zeigt, dass ausgerechnet die KI-Kompetenten sich am meisten um ihren Arbeitsplatz sorgen. Das widerlegt eine Lieblingsannahme der Arbeitswelt-Debatte — und zeigt, woran Beruhigungskommunikation scheitert.